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Zum Tod von Ingrid Hailer

Am 13. Mai 2020 ist das sehr verdiente Mitglied des Partnerschaftenvereins Pullach i. Isartal verstorben.

Frau Ingrid Hailer ist bereits bei den ersten Gesprächen zur Findung einer Partnerstadt in der Ukraine und der Festlegung der Partnerschaft durch ihren Mann Dr. Peter Hailer im Hintergrund dabei. Sie kannte die Geschichte und die Entwicklung der Partnerschaft mit dem Rayon Baryschiwka und Beresan ab der ersten Stunde. Ihr war die Pflege der Partnerschaft von Beginn bis jetzt sehr wichtig. Großes Engagement zeigte sie bei der Unterbringung der Gäste aus der Ukraine, viele Freunde durften ihre Gastfreundschaft mit den vorzüglichen Kochkünsten genießen. Auch bei der Betreuung der Gäste engagierte sie sich, so brachte sie ihre vorzüglichen Orts- und Geschichtskenntnisse ihrer Heimatstadt München in vielen Führungen ein. Auf ihre Kenntnisse bei der Zusammenstellung vieler Programme mit verschiedenen Schwerpunkten griffen die Verantwortlichen gern zurück.

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Frau Ingrid Hailer half bei vielen Kleidersammlungen als Unterstützung von bedürftigen Personen in Baryschiwka und Beresan mit dem jahrelang bewährten Team der evangelischen Kirche mit Frau Gretl Ufer. Auch war sie sich nicht zu schade, am Baryschiwka/Beresan Stand am Christkindlmarkt, als der noch in der Mittelschule abgehalten wurde, ukrainische Speisen und Souvenirs anzubieten und zu verkaufen.  Einer der letzten Male waren Lehrer 2018 im Zuge des Bildungsprojekts im Hause Hailer zu Gast.
Die Vorstandschaft trauert um Frau Ingrid Hailer, die seit Beginn die Partnerschaft mit Baryschiwka und Beresan prägend unterstützt hat und ihre Energie der Idee der Völkerverständigung und Freundschaft eingebracht hat.

Der Partnerschaftenverein Pullach, wie der Partnerschaftenverein Baryschiwka und Beresan verliert eine Förderin und Freundin.

Mit stillem Gruß,

Otto Horak und der Vereinsvorstand

Gedenken und Partnerschaft – 75 Jahre nach dem 2. Weltkrieg

Liebe Mitglieder des Partnerschaftenverein, liebe Pullacher,

zum am 8. Mai hat der Leiter des Rayons Baryschiwka, Volodymyr Humeniuk eine Nachricht an Otto Horak unseren Vereinsvorsitzenden geschrieben. Diese möchten wir hiermit weitergeben.
“Heute waren wir mit Mitgliedern unserer Partnerschaft in Bakumivka und haben Blumen am Kreuz der Versöhnung gelegt.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind sehr eng miteinander verbunden, daher müssen wir uns erinnern und respektieren.
Viele liebe Grüße! Bleibt gesund.”
Volodymyr Humeniuk

Das Foto zeigt im Vordergrund das Kreuz der Versöhnung, das vor 15 Jahren aufgestellt und geweiht wurde. Im Hintergrund wurde zum 20 jährigen Jubiläum der Partnerschaft feierlich der Grundstein für die Kirche der Versöhnung gelegt. Fünf Jahre später, wurde unter Beisein der Pullacher Jubiläumsgäste das Kirchlein vom Metropoliten des Kiewer Höhlenklosters feierlich geweiht. Auch zur Weihe des Glockenturms und der fünf Glocken, war eine Pullacher Delegation mit den Pfarrherren eingeladen. Die zweit größte Glocke schenkten Pullacher Bürger, die mit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde verbunden sind.

Nach der Tradition legen die Besucher Blumen als Zeichen des Respekts und der Anteilnahme nieder. Wir Pullacher entzünden eine Kerze, wenn wir die Gedenkstätte besuchen, und sprechen ein paar Gedanken für den Frieden.

In der letzten Reihe der Leiter des Rayons, Volodymyr Humeniuk mit dem Vorstand des Partnerschaftenverein in Baryschiwka Borys Skorik, sein Vertreter Volodymyr Kotziurby, Valentyna Zozulia, die vom Präsidenten ernannte Leiterin der Verwaltung, sowie sehr aktive Mitglieder Dariia Lobunets, Ljuda Symenenko, Liudmyla Babych, Olena Boiko, Oleksandr Pawlenko, Ruslan Khrul, alle schwer unter den Masken zu erkennen. Das Fotomotiv auf den Treppen vor dem Kreuz der Versöhnung hat für alle Besucher bereits Tradition.

Als vor fast 30 Jahren die Partnerschaft mit einem Vertrag von dem damaligen Leiter der Verwaltung Mykola Kowalenko, der vor drei Jahren zum Pullacher Ehrenbürger ernannt wurde, und Altbürgermeister Ludwig Weber, der auch in Baryschiwka seit vielen Jahren Ehrenbürger ist. Als die beiden Herren die Urkunde unterschrieben haben, war nicht klar, wie die gemeinsame Zukunft in der Partnerschaft aussehen wird. Unsere Partner aus der Ukraine haben uns die Hand gereicht und an uns aus Deutschland lag es um Verzeihung zu bitten. 75 Jahre nach der Kapitulation von Nazi Deutschland gegenüber den alliierten Mächten, ist viel passiert. Die Partnerschaft wurde noch in Zeiten der Sowjetunion geschlossen, jetzt ist die Ukraine ein unabhängiger Staat, der sich vor ein paar Jahren eher in Richtung Europa ausrichten wollte, was zu großen Probleme mit Russland führte, die die Krim annektierte und zu kriegerischen Auseinandersetzungen in den Ostgebieten führte, die heute noch andauern. Auch wenn Baryschiwka weit weg von den Kriegsgebieten liegt, nehmen Familien geflüchtete Menschen auf und junge Männer müssen ihren Militärdienst leisten, mit all seinen schrecklichen Folgen für die seelische und körperliche Gesundheit. In solch schweren Zeiten sind echte Freunde wichtig.
In all den Jahren fand ein sehr reger Austausch zwischen den Bürgern aus dem Rayon Baryschiwka und Beresan statt. Wir sind Freunde geworden, können über alles sprechen, führen gemeinsame Projekte durch und begegnen uns in Verbundenheit.

2020 – Besondere Ostern in Baryschiwka und Beresan

Die Feuerwehr aus Baryschiwka kam beim Brand in Tschernobyl zum Einsatz. Ausgerüstet mit der Schutzkleidung und Feuerwehrfahrzeugen mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Pullach, die ausgemustert wurden und in der Ukraine beste Dienste leisten. Unterwegs waren die Feuerwehrmänner mit Tanklöschfahrzeugen, die vor Jahren zu unseren Freunden gefahren wurde. Das ist nur ein kleiner Beitrag für so einen großen Flächenbrand, der seit zwei Wochen in dem verlassenen Gebiet ca. 100 km von Baryschiwka entfernt des Unglücksreaktors Tschernobyl tobt. So verbrennen große Waldgebiete mit den verlassenen Siedlungen des radioverseuchten Bereichs. Die Feuer waren bereits gelöscht, wurden durch starke Winde wieder angefacht.

Der Rauch mit dem beißenden Geruch war deutlich in unserem Partnerrayon sicht- und riechbar. Auf die Erde legte sich eine Ascheschicht nieder und das mehr als 100 km entfernt vom Brandherd. Laut offiziellen Aussagen bringt der starke Wind keine Radioaktivität mit sich. Die Empfehlung war jedoch die Fenster zu schließen und viel Wasser zu trinken.

Durch die Corona Pandemie gelten für die Bevölkerung viele Beschränkungen. Das Osterfest ohne den Besuch von Familie und Freunden, wo die üblichen Festtagsrituale nicht durchgeführt werden können, ist besonders.

Die gute Nachricht ist, dass im Rayon noch kein positiv getesteter Fall bis jetzt registriert wurde. Die Zahlen steigen trotz den seit Mitte März eingeführten Maßnahmen und es nur zu hoffen, dass die Seuche sich nicht weiter ausbreitet. So gibt es offiziell ungefähr insgesamt 5500 erkrankte und 150 starben am Covid 19 Virus.

Auch kam aus Baryschiwka die Nachricht nach der Rauchwolke kam ein Sandsturm, der Himmel war ganz gelb gefärbt. Der Sand flog so dicht durch die Luft, wie das in der Wüste normal ist. Das alles nach einem Winter mit wenig Niederschlägen und relativ warmen Temperaturen.

Es ist schön zu erfahren, dass die Pullacher Feuerwehr ihre Kameraden mit einer guten Ausrüstung unterstützt. so hat die Gemeinde Pullach auf Wunsch unserer Partner ein Tanklöschfahrzeug für die weiter entlegenen Dörfer im Rayon gekauft, dass im Brandfall die Feuerwehr schnell vor Ort ist, um mit dem Löschen und Bergen schnell zu beginnen. Leider kann das Fahrzeug nicht wie geplant Ende April,  wegen der geschlossenen Grenzen überführt werden. Aber wie wichtig unsere Unterstützung ist, ist unbestritten.

Aktuelles aus Baryschiwka und Beresan in Zeiten der Pandemie

Auch die Ukraine ist fest im Griff der Corona Pandemie, wie die ganze Welt. Es gilt eine Ausgangsbeschränkung, ähnlich wie in vielen Staaten. Menschen, die sich im öffentlichen Raum bewegen, brauchen eine Nasen-Mund-Maske und müssen sich immer mit einem Dokument ausweisen können. Im Gegensatz zu den Regeln in Deutschland ist in der Ukraine spazieren gehen verboten, mit den Ausnahmen von Notfällen, der Weg zur Arbeit, der schriftlich nachgewiesen werden muss, und für die notwendigen Gänge zum Einkaufen und mit dem Haustier. Auch sind nur zwei Personen gemeinsam erlaubt, ein Kind alleine unter 14 Jahren darf nicht ohne Begleitung unterwegs sein. Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Autowerkstätten, wie auch Pflanzen- und Gartencenter sind geöffnet. Letzteres ist für alle Familien sehr wichtig ist, damit sie ihre Gärten für die Versorgung mit Obst und Gemüse für ihren Bedarf bestellen und sich versorgen können. Veranstaltungen mit mehr als 10 Personen sind verboten. Natürlich ist auch in Baryschiwka und Beresan ein Krisenstab mit der Leiterin der Verwaltung Frau Valentina Zozulia, die erst ab Mitte Februar vom Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in das Amt berufen wurde, dem Leiter des Rayons Volodymyr Humeniuk, dem Bürgermeister von Baryschiwka Olexandr Varinichenko, der Leiterin des Krankenhauses Halyna Buniak und anderen Personen in den entsprechenden Positionen. Die Sitzungen sind für die Einwohner im Rayon über Facebook öffentlich. Alina Basenko veröffentlich Nachrichten aus Baryschiwka auf youtube und dort können Sie die aktuelle Lage anschauen.

In der Ukraine sind die Fallzahlen relativ niedrig mit 1892 an COVID-19 Erkrankten, 57 Todesfällen und 45 Personen, die wieder genesen sind (Anfang April 2020). Die Zahlen sind sicher deshalb so, weil nicht in dem Umfang, wie bei uns, getestet wird. Die Klinken im Partnerrayon haben sich auf die Behandlung von Corona Erkrankten eingestellt, im Kindersanatorium Polina wurden 200 Betten für den Notfall eingerichtet. Aktuell gibt es im Rayon noch keinen positiv nachgewiesenen Fall.

Wir vom Partnerschaftenverein in Pullach sind mit den Kollegen in Baryschiwka und Beresan im ständigen Austausch. So sind die Aktivitäten für das Jahr 2020 in Planung. So wollten wir das 30 jährige Jubiläum der Unterzeichnung der Partnerschaftenurkunde gemeinsam feiern und uns gegenseitig besuchen. Die Reise nach Baryschiwka/Beresan im Mai haben wir auf frühestens Herbst oder erst für das nächstes Jahr verschoben. In Baryschiwka wird laut den Anweisungen des Pullacher Burschenvereins ein Maibaum vorbereitet. Geplant war die Reise von drei Burschen zur Unterstützung und Fertigstellung des Maibaums.
Das Gastgeschenk zum Jubiläum ist ein von der Gemeinde Pullach gekauftes gebrauchtes Tanklöschfahrzeug von der Gemeinde Oberschleißheim, das durch unserem Kommandanten Harry Stoiber besorgt wurde. Feuerwehrkameraden aus Pullach haben sich bereit erklärt, am 25. April den LKW zu überführen. Auch dieses macht die Corona Pandemie momentan unmöglich.
Geplant ist der Aufenthalt von zwanzig Kindern und zwei Begleitern vom 25. Juni bis 8. Juli, wie alle Jahre, seit Bestehen der Partnerschaft. Die Ausflüge, Führungen und Veranstaltungen sind gebucht und vorbereitet. Es haben sich für fast alle Kinder Gastfamilien gemeldet, ich möchte mich bei den Familien ganz herzlich bedanken. Ob die Kinder kommen können, ob wir den Aufenthalt verschieben werden oder ob es 2020 nicht möglich ist zu reisen, steht noch in den Sternen.

Bereits ausgefallen ist der Freundschaftstransport Ende März. Die Papiere waren in Vorbereitung, die Spedition war bestellt, aber bei geschlossenen Grenzen, ist eine Fahrt in die Ukraine nicht möglich.

Ich möchte mich bei allen Personen bedanken, die sich für die Aktivitäten eingesetzt haben, und jetzt ist alles auf Eis gelegt. Aber wie gesagt, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Das gilt natürlich auch für die Mitgliederversammlung mit Neuwahlen. Sobald möglich werden wir die Versammlung nachholen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis! Ich melde mich, sobald es etwas Neues zu berichten gibt.


Herzliche Grüße Bleiben Sie gesund!
Otto Horak

Termine

Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.

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Vertragsunterzeichnung1990

Der Rat der Gemeinde Pullach im Isartal fasste am 30. Januar 1990 einen weitreichenden Beschluss: Er beauftragte die Verwaltung, mit entsprechenden Stellen vorbereitende Gespräche zur Aufnahme einer Partnerschaft mit einer sowjetischen Kommune zu führen. Diese Gespräche führte der damalige Bürgermeister Ludwig Weber, zusammen mit einer interfraktionellen Delegation des Gemeinderats. Die Gespräche führten dazu, dass bereits am 26. Oktober des gleichen Jahres mit einem Festakt im Pullacher Rathaus ein Freundschaftsvertrag mit dem Rayon (Landkreis) Baryschiwka, etwa 70 km östlich von Kiew gelegen, unterzeichnet werden konnte.